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Begriff

Context Engineering

Context Engineering ist die Disziplin, alle Inhalte des LLM-Kontextfensters — System-Prompt, Tool-Definitionen, RAG-Treffer, Memory, Konversationshistorie — bewusst zu kuratieren und über die Zeit zu pflegen.

Context Engineering — ausführlicher erklärt

Prompt Engineering optimiert die Anweisung an das Modell. Context Engineering geht eine Ebene höher und behandelt das gesamte Kontextfenster als knappe Ressource: welche System-Prompts, Tool-Beschreibungen, abgerufenen Dokumente, Notizen und Vorgespräche bekommt das Modell zu welchem Zeitpunkt zu sehen? Anthropic definiert es als iterative Strategie zur Verwaltung aller verfügbaren Tokens — die Auswahl passiert nicht einmalig, sondern bei jedem Schritt eines Agenten. Mit längeren agentischen Läufen und 1-Mio.-Token-Kontextfenstern wird die Frage „was gehört rein, was nicht” wichtiger als „wie formuliere ich den Prompt”.

Beispiel / Praxisbezug

In Claude Code sieht man Context Engineering in Aktion: der Agent schreibt sich eine TODO-Liste extern weg, statt sie im Kontext zu halten; Tool-Outputs werden gezielt gekürzt; Dateien werden „just in time” mit Read geladen, nicht alle vorab. Anthropic-Empfehlungen: System-Prompts auf der richtigen Abstraktionsebene halten (nicht zu rigide, nicht zu vage), Tools so designen, dass sie selbsterklärend und robust sind (jede unklare Tool-Description verschmutzt den Kontext bei jedem Call), und Memory bewusst außerhalb des Kontexts ablegen und nur bei Bedarf laden.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Prompt Engineering optimiert die Eingabe-Formulierung — Context Engineering kuratiert den Gesamt-Kontext über mehrere Schritte. Retrieval-Augmented Generation (RAG) ist ein Werkzeug innerhalb von Context Engineering: ein Verfahren, externe Inhalte gezielt in den Kontext zu holen. Memory-Management überschneidet sich stark, fokussiert aber auf langlebige Zustands-Speicher zwischen Sessions.

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