Performance Max 2026: Neue Controls, mehr Reporting — und 45 % aller Google-Ads-Conversions
Performance Max generiert mittlerweile 45 % aller Google-Ads-Conversions — und Google reagiert mit der Welle an Steuerungs- und Reporting-Features, die Werbetreibende seit Launch 2022 verlangen. Die Updates 2026 schließen viele der Lücken, die PMax-Kritiker bisher zu Recht angemerkt haben: zu wenig Transparenz, zu wenig Kontrolle, zu viel „trust the algorithm”. Trotzdem bleibt der Kampagnentyp eine Black Box mit hellerem Innenraum, kein Search-Konto im klassischen Sinn.
Was sich konkret geändert hat
- First-Party-Audience-Exclusions — Bestandskunden gezielt aus PMax ausschließen, damit das Budget auf Neukunden geht.
- Search Themes pro Asset Group: 50 statt 25 — die Verdoppelung war eine der häufigsten Forderungen.
- Asset-Level Performance Ratings plus Channel-Breakdown pro Asset Group.
- Search Terms Report für Search-getriebene Klicks und Placement Reports für Display und YouTube.
- Kampagnen-Level Negative Keywords, Brand Exclusions und Account-Level Placement Exclusions.
- Video-Slots pro Asset Group: 15 statt 5.
- Budget-Report mit Monatsende-Projektion und Auswirkungs-Simulation für Tagesbudget-Änderungen.
- Adoption: 71 % der befragten Advertiser nutzen PMax (2025), gegenüber 60 % im Jahr 2024.
Was vorher galt
PMax startete 2022 als „eine Kampagne für alle Inventare” — Search, Display, YouTube, Discover, Gmail, Maps, alles in einer Asset Group, Steuerung minimal. Die ersten Jahre liefen unter scharfer Kritik aus der Agentur-Welt: keine Transparenz, welcher Kanal was bringt; keine echten Negativ-Keywords auf Kampagnen-Ebene; Brand-Traffic, der ungewollt mitlief und die Performance künstlich aufgepumpt hat. Bis 2025 hat Google einzelne dieser Pain Points gelöst (Account-Level Brand Exclusions, rudimentäre Search-Terms-Insights), aber das Gesamtbild blieb: Performance Max optimiert, Werbetreibender vertraut.
Was jetzt gilt
1. Mehr Steuerung, ohne den Black-Box-Charakter aufzugeben First-Party-Audience-Exclusions sind das wichtigste Stück. Wer eine saubere Customer-Match-Liste mit Bestandskunden hat, kann jetzt verhindern, dass PMax Budget auf Re-Engagement verbrennt, das ohnehin organisch oder via CRM passiert wäre. Kombiniert mit den existierenden Brand Exclusions ergibt sich erstmals ein realistisches „PMax für Neukunden-Akquise”-Setup. Die Verdoppelung der Search Themes auf 50 pro Asset Group bedeutet praktisch: Wer thematisch breit angelegte Kampagnen fährt, muss seltener auf Asset-Group-Ebene splitten.
2. Reporting, das die Frage „wo geht das Geld hin?” endlich beantwortet Asset-Level Performance Ratings, Channel-Breakdown pro Asset Group, Search Terms Reports und Placement Reports — das ist die Reporting-Suite, die PMax seit dem ersten Tag gebraucht hätte. Wichtig ist die Einschränkung: Der Search Terms Report deckt nur den Search-getriebenen Anteil ab, nicht Display- oder YouTube-Suchbegriffe (die es in dem Sinn auch nicht gibt). Die Placement-Reports liefern endlich aggregierte Listen für die berüchtigten YouTube-MFA-Channels (Made-for-Advertising), die historisch unbemerkt mitliefen.
3. Budget-Steuerung mit Vorhersage Der neue Budget-Report projiziert den Monatsende-Spend unter Annahme des aktuellen Pacings und simuliert, wie sich Tagesbudget-Änderungen auswirken würden. In Kombination mit Demand-led Budget Pacing — siehe Journey-Aware Bidding News — bekommen Account-Manager erstmals eine halbwegs verlässliche Vorhersage, was bis Monatsende ankommt.
Einordnung
Die 45 %-Zahl muss man richtig lesen. Sie sagt nicht, dass PMax 45 % besser performt als andere Kampagnentypen. Sie sagt: 45 % der gemessenen Conversions im Google-Ads-Universum laufen über PMax — was unter anderem daran liegt, dass viele Werbetreibende ihre Shopping- und Display-Aktivitäten komplett in PMax verschoben haben, weil Google das aktiv über die Empfehlungen vorgegeben hat. Das ist Marktanteil durch Standard-Empfehlung, nicht zwingend durch isolierte Überlegenheit.
Die neuen Controls sind ein sinnvoller Schritt, lösen aber das Grundproblem nicht: PMax entscheidet weiterhin selbst über Channel-Mix und Auktion. Was Google freigibt, sind Steuerungs-Hebel am Rand — Audiences ausschließen, Themes hinzufügen, Brand-Traffic raushalten. Der Maschinenraum bleibt geschlossen.
Für Konten mit klarer Profit-First-Strategie und guter First-Party-Daten-Basis sind die Updates eine echte Verbesserung. Für Konten ohne CRM-Integration und ohne Brand/Non-Brand-Trennung ändert sich praktisch wenig — die Tools sind da, müssen aber von außen mit Daten gefüttert werden.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du PMax fährst und eine Customer-Match-Liste hast: Aktiviere First-Party-Audience-Exclusions für Bestandskunden. Miss vorher und nachher CPA und Neukundenanteil — nicht nur Gesamt-Conversions.
Wenn du bisher mit Search-Themes-Limits gekämpft hast: Konsolidiere Asset Groups, die du nur wegen der 25er-Grenze gesplittet hast, und nutze die neuen 50 Themes pro Group.
Wenn dein PMax-Reporting bisher nur Conversion-Zahlen ausgespuckt hat: Hol dir Asset-Level Performance Ratings, Channel-Breakdown und den Search Terms Report ins Standard-Reporting. Wer das nicht in das Wochen-Review einbaut, bezahlt PMax weiter blind.
Wenn du Brand- und Non-Brand-Performance trennen willst: Kombiniere Brand Exclusions auf Kampagnen-Ebene mit Account-Level Negative Keywords. Eine separate Brand-Search-Kampagne neben PMax bleibt der saubere Weg.
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