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Begriff

Churn Rate

Die Churn Rate (Abwanderungsrate) gibt an, welcher Anteil der Kundinnen und Kunden in einem bestimmten Zeitraum verloren geht. Sie wird meist als Prozentwert je Periode berechnet und ist eine zentrale Kennzahl für Kundenbindung und Kundenwert.

Churn Rate — ausführlich erklärt

Die Churn Rate, auf Deutsch Abwanderungs- oder Kündigungsrate, misst den Anteil der Kundinnen und Kunden, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums verloren gehen. Berechnet wird sie üblicherweise, indem die Zahl der im Zeitraum abgewanderten Kunden durch die Zahl der Kunden zu Beginn des Zeitraums geteilt und als Prozentwert ausgedrückt wird. Üblich sind monatliche oder jährliche Betrachtungen.

Die Kennzahl ist besonders für Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Einnahmen wichtig, etwa Abo- oder Software-Dienste. Dort entscheidet die Bindung bestehender Kunden maßgeblich über den Erfolg. Unterschieden wird häufig zwischen Kunden-Churn, der die Zahl verlorener Kunden betrachtet, und Umsatz-Churn, der den damit verbundenen Umsatzverlust einschließlich Herabstufungen erfasst.

Die Churn Rate steht in engem Zusammenhang mit dem Kundenwert. Eine niedrige Abwanderung bedeutet, dass Kunden im Schnitt länger bleiben, was den über die gesamte Beziehung erzielten Wert erhöht. Vereinfacht entspricht die durchschnittliche Kundenlebensdauer dem Kehrwert der periodischen Churn Rate: Eine monatliche Rate von 2 Prozent ergibt rechnerisch rund 50 Monate, eine Rate von 5 Prozent nur etwa 20 Monate. Schon kleine Verbesserungen der Bindung können den Kundenwert daher deutlich steigern.

Als grobe Orientierung streben viele Abo-Anbieter jährliche Churn-Werte unter etwa 5 bis 7 Prozent an, wobei die sinnvollen Zielwerte stark von Branche, Kundensegment und Geschäftsmodell abhängen.

Beispiel / Praxisbezug

Ein Software-Anbieter hat zu Monatsbeginn 1.000 zahlende Kunden. Im Lauf des Monats kündigen 30 von ihnen. Die monatliche Churn Rate beträgt damit 30 geteilt durch 1.000, also 3 Prozent. Aus diesem Wert lässt sich abschätzen, wie lange Kunden im Schnitt bleiben, und beurteilen, ob Maßnahmen zur Kundenbindung greifen oder die Abwanderung über die Zeit steigt.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Die Churn Rate misst Verluste und ist damit das Gegenstück zur Kundenbindung. Eng verknüpft ist sie mit dem Customer Lifetime Value, der den über die gesamte Kundenbeziehung erzielten Wert beschreibt; eine niedrigere Churn Rate erhöht in der Regel diesen Wert.

Von den Kosten der Kundengewinnung unterscheidet sie sich klar: Die Customer Acquisition Cost erfasst, was die Gewinnung eines Kunden kostet, während die Churn Rate beschreibt, wie schnell gewonnene Kunden wieder verloren gehen. Beide Größen zusammen bestimmen, ob ein Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist.

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