Zurück zum Glossar

Begriff

Batch-Inferenz

Batch-Inferenz bezeichnet das gebündelte Verarbeiten vieler Prompts in einem Durchlauf — entweder lokal über die GPU oder als asynchroner API-Job — zugunsten von Durchsatz und Kosten statt Echtzeit-Latenz.

Batch-Inferenz — ausführlicher erklärt

Wenn ein Sprachmodell jeweils nur einen einzelnen Prompt verarbeitet, liegt die GPU einen Großteil der Zeit brach — Speicher und Recheneinheiten sind nicht ausgelastet. Batch-Inferenz bündelt deshalb mehrere Anfragen, die gleichzeitig durch das Modell laufen. Die Mehrkosten pro zusätzlichem Prompt sind klein, weil Gewichte ohnehin im Speicher liegen. Anbieter wie OpenAI und Anthropic bieten eigene Batch-APIs an: Anfragen werden als Datei eingereicht und innerhalb von Stunden zurückgeliefert — mit deutlichem Rabatt (oft 50 %) gegenüber dem Echtzeit-Tarif. Lokal übernimmt diese Bündelung typischerweise eine Serving-Engine wie vLLM.

Beispiel / Praxisbezug

Klassischer Anwendungsfall: 200.000 Produktbeschreibungen einer E-Commerce-Datenbank sollen durch ein LLM in eine kürzere Variante umgeschrieben werden. Echtzeit über die normale API wäre teuer und langsam. Stattdessen werden alle Anfragen in eine JSONL-Datei geschrieben und an die Batch-API geschickt; das Resultat liegt am nächsten Morgen vor — zur halben Token-Rate. Dasselbe Muster gilt für Eval-Läufe, Re-Indexierung oder das Erzeugen synthetischer Trainingsdaten.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Echtzeit-Inferenz beantwortet einzelne Anfragen sofort, ist nötig für Chats, Agenten und IDE-Integration — kostet aber pro Token mehr und ist nicht beliebig parallelisierbar. Streaming liefert die Antwort tokenweise zurück, ist also eine Variante der Echtzeit-Inferenz. Continuous Batching (vLLM, TGI) ist die technische Umsetzung von Batch-Inferenz im Echtzeit-Servierbetrieb: Anfragen werden dynamisch zu Batches zusammengefasst, ohne die Antwort merklich zu verzögern.

Entdecke mehr