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Begriff

Continued Pretraining

Continued Pretraining ist das Weitertrainieren eines bereits vortrainierten Sprachmodells auf großen Mengen Domänen-Text — bevor klassisches Fine-Tuning beginnt.

Continued Pretraining — ausführlicher erklärt

Wenn ein Allzweck-LLM in einer engen Domäne (Recht, Medizin, Maschinenbau, eine wenig im Web vertretene Sprache) deutlich besser werden soll, reicht klassisches SFT mit ein paar tausend Frage-Antwort-Paaren oft nicht. Das Modell kennt die Fachbegriffe, Syntax und Konventionen schlicht zu wenig. Continued Pretraining (manchmal Domain-Adaptive Pretraining, DAPT) setzt eine Stufe früher an: das Basismodell wird mit demselben Trainingsverfahren wie im ursprünglichen Pretraining — Next-Token-Prediction auf rohem Text — auf einem großen Domänenkorpus weitertrainiert. Typische Datenmengen: hunderte Millionen bis Milliarden Tokens. Anschließend folgt SFT und ggf. Präferenz-Optimierung.

Beispiel / Praxisbezug

Klassische Anwendungsfälle: BloombergGPT (Finanzdomäne), Med-PaLM (Medizin), Code Llama (Code-spezifische Weiterbildung von Llama), oder spezialisierte deutschsprachige Modelle wie SauerkrautLM, die ein englisch-dominantes Basis-Modell auf großen deutschen Korpora nachschulen. Wer das selbst angehen will, braucht meist mehrere Hundert GB Domänen-Text und entsprechende GPU-Ressourcen — deutlich aufwändiger als SFT mit LoRA.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Pretraining startet bei zufällig initialisierten Gewichten und dauert Wochen bis Monate auf vielen GPUs. Continued Pretraining nimmt ein bereits trainiertes Modell und schult es auf neuem Text nach — Stunden bis Tage, deutlich günstiger. SFT folgt danach mit überwachten Beispielen. Risiko bei Continued Pretraining: Catastrophic Forgetting — das Modell kann Allgemeinwissen oder Instruction-Following verlieren, wenn die Domänen-Daten zu eng oder das Training zu lang ist.

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