Zurück zum Glossar

Begriff

Synthetic Data

Synthetic Data sind künstlich erzeugte Trainings- oder Testdaten — meist von einem Sprachmodell selbst generiert, um Datensätze zu erweitern, ohne reale Quellen zu benötigen.

Synthetic Data — ausführlicher erklärt

Synthetic Data ersetzen oder ergänzen reale Trainingsdaten durch maschinell erzeugte Beispiele. Im LLM-Umfeld liefert ein starkes Modell („Teacher”) gezielt Frage-Antwort-Paare, Code-Beispiele oder Dialoge, die dann in das Training oder Fine-Tuning eines kleineren Modells („Student”) fließen. Der Reiz: Daten lassen sich in Stunden statt Monaten skalieren, Datenschutz-Themen entschärfen sich, und Edge Cases können gezielt erzeugt werden — etwa seltene Sprachen, schwierige Reasoning-Pfade oder Sicherheits-Prompts.

Beispiel / Praxisbezug

Typischer Ablauf bei Distillation: Ein 400-Milliarden-Parameter-Modell beantwortet zehntausende komplexer Aufgaben, die Antworten werden gefiltert (Human-in-the-loop oder Auto-Eval), und das Resultat wird zum Trainingsmaterial für ein 7B-Modell. Auch im Post-Training für Instruction Tuning und RLHF werden Präferenz-Paare häufig synthetisch erzeugt. Open-Source-Familien wie Phi und Nemotron beruhen zu großen Teilen auf synthetisch generiertem Material.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Synthetic Data ist nicht dasselbe wie Data Augmentation (mechanische Variation echter Daten) und nicht zu verwechseln mit Mock-Daten für Tests. Wichtig ist auch der Risikofaktor „Model Collapse”: Trainiert man Modelle wiederholt auf den eigenen Outputs, verarmt die Verteilung — Vielfalt und Faktentreue sinken. Praxis-Konsens 2026: synthetisch + kuratiert real, nicht nur synthetisch.

Entdecke mehr