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Begriff

XML-Tags im Prompt

XML-Tags sind benannte Klammern wie <kontext>...</kontext>, mit denen man Abschnitte eines Prompts klar voneinander abgrenzt. Sie strukturieren Eingaben, trennen Instruktion von Daten und machen die Antwort vorhersehbarer.

XML-Tags im Prompt — ausführlich erklärt

XML-Tags im Prompt bezeichnen die Technik, Teile einer Anweisung an ein Sprachmodell mit benannten Markierungen einzurahmen — etwa <anweisung>...</anweisung>, <kontext>...</kontext> oder <beispiel>...</beispiel>. Die Schreibweise ist an XML/HTML angelehnt: ein öffnendes Tag <name>, der Inhalt, ein schließendes Tag </name>.

Der Zweck ist nicht das XML-Format an sich, sondern eindeutige Abgrenzung. Ein längerer Prompt mischt oft mehrere Bestandteile: die eigentliche Aufgabe, Hintergrundkontext, Beispiele und die zu verarbeitenden Nutzerdaten. Ohne klare Trennung kann das Modell nicht sicher unterscheiden, was Instruktion und was bloßes Material ist. Tags ziehen sichtbare Grenzen und reduzieren diese Mehrdeutigkeit.

XML-Tags sind dabei eine Form von Delimiter (Trennzeichen). Andere gängige Trennzeichen sind Überschriften in Markdown, dreifache Backticks oder Linien aus Bindestrichen. Tags haben den Vorteil, dass sie benannt sind und ineinander verschachtelt werden können — man kann sich also im selben Prompt klar auf einen bestimmten Abschnitt beziehen (zum Beispiel: „Beziehe dich nur auf den Text in <dokument>”).

Typische Vorteile

  • Klare Struktur: Instruktion, Kontext und Daten sind sichtbar getrennt.
  • Robustheit gegen Vermischung: Eingefügte Nutzerinhalte werden eher als Daten und nicht als neue Anweisung interpretiert — was das Risiko von Prompt Injection verringert, es aber nicht vollständig verhindert.
  • Referenzierbarkeit: Im weiteren Prompt kann man gezielt auf einen Tag-Namen verweisen.
  • Strukturierte Ausgaben: Bittet man das Modell, seine Antwort ebenfalls in Tags zu liefern (z. B. <antwort>...</antwort>), lässt sich das Ergebnis leichter maschinell weiterverarbeiten.

Wichtig: Tag-Namen sind frei wählbar und müssen kein gültiges XML ergeben. Entscheidend ist, dass sie konsistent geöffnet und geschlossen werden und ihre Benennung zur Aufgabe passt.

Beispiel / Praxisbezug

Eine Zusammenfassungs-Aufgabe könnte so strukturiert sein:

<anweisung>
Fasse den folgenden Text in drei Stichpunkten zusammen.
Nutze ausschließlich Informationen aus <dokument>.
</anweisung>

<dokument>
[hier der lange Quelltext]
</dokument>

Das Modell „weiß” dadurch eindeutig, welcher Teil die Aufgabe ist und welcher Teil die zu verarbeitende Quelle. Der Ansatz lässt sich mit Few-Shot-Prompting kombinieren, indem man Beispiele ebenfalls in Tags wie <beispiel> legt. XML-Tags sind ein häufig empfohlenes Muster im Prompt Engineering — besonders bei Modellen, die explizit darauf trainiert wurden, auf solche Strukturmarkierungen zu achten.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

  • XML-Tags vs. System-Prompt: Der System-Prompt legt die übergeordnete Rolle/Verhaltensvorgabe fest; XML-Tags strukturieren den Inhalt innerhalb eines Prompts (egal ob System- oder Nutzer-Prompt).
  • XML-Tags vs. Prompt-Template: Ein Template ist die wiederverwendbare Vorlage mit Platzhaltern; XML-Tags sind eines der Mittel, mit denen ein Template seine Abschnitte gliedert.
  • XML-Tags vs. strukturierte Ausgabe (JSON): Tags strukturieren meist die Eingabe; verlangt man eine maschinenlesbare Ausgabe, ist oft JSON die passendere Wahl. Beides kann kombiniert werden.
  • XML-Tags vs. echtes XML: Die Schreibweise ist nur angelehnt — sie muss nicht schema-konform oder parsbar sein. Es geht allein um die optische und semantische Abgrenzung für das Modell.

Verwandte Begriffe: Prompt Engineering, Few-Shot-Prompting, Chain of Thought, Context Engineering.

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